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SGM-Bericht (Aufstiegsspiel am 29.05.10 zu Hause gegen SH Munot 3)
Eine knappe 1.5 : 2.5 Niederlage im Aufstiegsspiel gegen ein ausgeglichenes und starkbesetztes SH Munot 3: Erneut waren sie die Einzigen, die uns bremsen konnten. Schon in der Quali hatten wir gegen die vierte Mannschaft den einzigen Verlustpunkt eingefahren (2 : 2) und letzte Saison büssten wir gegen sie (auch gegen die vierte Mannschaft) zwei wertvolle Punkte im Kampf um den Qualisieg ein.
Aber nichts desto trotz: Es war ein Nachmittag mit interessanten Spielen die auch auf unsere Seite hätten kippen können. Gegen unsere jungen Gegner (alle waren etwa in meinem Alter) hatten wir an jedem Brett auf dem Papier eine Unterposition (Urs Gegner hatte ca. 1835 Elopunkte, die restlichen drei etwa 1710 Elopunkte), aber wir hatten uns wacker dagegen gestemmt.
Zu mir selber: Da ich seit 4 Jahren wieder einmal UEM spiele und alle motiviert waren und spielen konnten, liess ich meinen Mannschaftskollegen den Vortritt. Ich war an diesem Nachmittag Zuschauer, "notebookte" und las hin und wieder auch ein bisschen.
Neben der Motivation unserer SGM-Mannschaft bereitete mir auch der Zuschaueraufmarsch von Benno und Richi Bohnenberger grosse Freude. Übrigens war sogar von unserer Gastmannschaft noch ein Zuschauer gekommen.
Nur bei Urs auf Brett 1 fing es ausgeglichen an. Bei den restlichen Partien kristallisierten sich relativ bald Vorteile. Auf Brett 2 holte sich Rafi nach der Eröffnung einen Bauerngewinn. Walti Haag (Brett 3) hatte bei der englischen Eröffnung etwas unterschätzt, verzog sich mit einem Bauern um ein Feld und geriet somit ein bisschen in die Defensive. Ricardo (Brett 4) fand nach der grünfeldindischen Eröffnung nicht die beste Fortsetzung und kassierte am rechten Flügel neben einem Doppelbauern am Brettrand auch noch einen Bauernverlust.
Urs spielte offensiv solid weiter und Rafi verwaltete weiterhin munter seinen Bauerngewinn.
Da Waltis Gegner den Eröffungsfehler nicht konsequent ausnutzen konnte, war Walti wieder ganz im Geschäft. Ricardo fand auch besser ins Spiel.
Nach einem kleinen Spaziergang boten sich mir folgende Bilder: Rafi hatte beim Endspiel Dame, Turm und Bauern gegen Dame, Turm und Bauern immer noch einen Bauern mehr (ich glaube 6 gegen 5). Sein Gegner hatte aber leider noch mit der Dame ein ewiges Schach gefunden und sicherte sich so ein Remis. Ein kurzes Weilchen später hatte Walti eine schöne Läuferfesselung, die er mit einem Bauern zum Aufbrechen verführte und so seinen Bauern und Läufer gegen einen Turm tauschen konnte.
Bald kam es zu einem Endspiel zwei Türme, ein Läufer und Bauern gegen einen Turm, einen Springer, einen Läufer und Bauern, bei welchem Walti Turmvorteil hatte, aber zwei Bauern und einen Springer weniger. Walti verdoppelte die Türme und sein Gegner konnte, auf dessen Grundlinien zurückgedrängt, noch knapp den Springer decken. Gesamthaft sah die Stellung aber ziemlich blockiert aus und ein Durchkommen war schwierig. Wie zu ahnen war dauerte es nicht mehr lange und die Partie endete Remis. Wenn die beiden Läufer gleichfarbig gewesen und / oder die meisten Bauern von Waltis Gegner auf der gleichen Farbe wie sein Läufer gestanden wären wäre vielleicht noch etwas möglich gewesen.
Bei Urs waren immer noch recht viele Figuren auf dem Brett und die Stellung war interessant. Nun spielte Urs ein Bauernopfer, sein Gegner nahm es an und so konnte Urs auf der offenen C-Linie seine Türme verdoppeln und machte mit diesen, einem bereits gut platzierten Springer und Läufer auf a6 und f4 auf c7 und c8 mächtig Dampf, sodass sein Gegner nur noch verteidigen konnte.
Ricardos Partie (zwei Türme, ein Läufer und Bauern gegen zwei Türme, ein Läufer und Bauern) sah bis auf den immer noch gleichen Bauernnachteil ausgeglichen aus. Das einzige was einem Angst machen konnte war wieder einmal Ricardos Zeitmanko.
Als Ricardo in Zeitnot kam wurde noch je ein Turm und Läufer getauscht. Als ich dann für Ricardo notierte vernahm ich, dass Urs und sein Gegner sich auf ein Remis einigten. Urs nahm das Angebot an, da ein Durchbrechen knapp doch nicht möglich war und ein Weiterspielen auf Sieg zu riskant gewesen wäre. Schliesslich hatte er auch einen Bauern weniger.
Während meiner Notationszeit verlor Ricardo noch einen Bauern vom Doppelbauern am rechten Brettrand und war somit nun zwei Bauern im Rückstand, aber er konnte sich noch in den 40. Zug retten.
Ricardo spielte tapfer weiter, doch sein Gegner liess sich die Chance nicht entgehen und machte alles klar. Nur kein schlechtes Gewissen haben, Ricardo! Es hätte genauso gut Urs, Rafi oder Walti gewinnen können und dann wäre durch den Sieg am höheren Brett alles anders gewesen. Aufstieg oder nicht, beides hat seine Vor- und Nachteile.
Alle haben gut gespielt und probiert zu siegen. Letztendlich war Schaffhausen einfach zu solid.
Eine unserer erfolgreichsten SGM-Saisons ist diese alleweil! Ich danke allen für ihren Einsatz!
Raphael Bühler
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